VON ist eine der dienstältesten Black-Metal-Bands. Gegründet 1987, schuf man mit “Satanic Blood" ein Demo, welches in zig Auflagen immer wieder mal veröffentlicht wurde, unter anderem als "Satanic Blood Angel". Darauf enthalten war so ziemlich der primitivste Black Metal, den man sich nur vorstellen kann. Derart reduziert und räudig gingen wohl nicht mal BEHERIT zu Werke.
Der Einfluss dieses Demos auf die skandinavische Black-Metal-Szene war groß, benannte sich doch die derzeit wohl größte schwedische Black-Metal-Band nach einem ihrer Songs: WATAIN.
Allerdings darf man davovonn ausgehen, dass das geschickte Product Placement von VON einen Großteil zu ihrem späteren Kultstatus beigetragen hat. Hätte ein gewisser Varg Vikernes nicht bei seiner mit großem medialen Interessen verfolgten Urlaubsplanung für die nächsten 16 Jahre ihr Longsleeve getragen, kaum jemand würde diese Band heute kennen.1992 löste sich die Band schließlich auf, um sich 2010, inklusive diverser Nebenprojekte, neu zu formieren. Ein neues Album, das erste nur mit neuen Songs, darf also durchaus mit einer gewissen Spannung erwartet werden.
Und es geht mit einer faustdicken Überraschung los: Kein primitives Schlachtfest, “They Have Come" baut stattdessen mit doomigen, leicht psychedelischen Gitarren eine böse Atmosphäre auf. "Ancient Flesh of The Dark Gods”, mit Hilfe von COFFINWORM eingetrümmert, startet dann mit einem großartigen Riff durch, ein wilder Ritt beginnt, der an KATHARSIS und ihr großartiges VVORLD VVITHOUT END erinnert. Am Ende verfällt man wieder in schleppendes Doom-Tempo. Ein vielschichtiges Stück, welches man den VON, wie man sie bisher kannte, wohl niemals zugetraut hätte. Dennoch,filigran geht anders und es wird immer noch beherzt geholzt, Gefangene werden hier keine gemacht.
“Hands of Black Death" geht in eine ähnliche Richtung, ist jedoch ein klein wenig straighter. Der Sound ist räudig, wenn auch nicht so schlecht wie früher, und das Schlagzeug gemahnt mit immer wieder während der Blast-Parts eingestreuten einzelnen Schlägen auf die tiefe Tom an DARKTHRONE zu "A Blaze In The Northern Sky"-Zeiten.
Gegen Ende der Platte wird es dann insgesamt nochmal ordentlich schnell und die Riffs erinnern mehr an die eigene Vergangenheit, besonders im Stück “iAmInHuMan”. Interessant zu wissen wäre, wieso es ab “RawRot" eine Veränderung im Sound gibt…?
Insgesamt ein unerwartet starkes Album, ein heftiger, roher und dunkler Brocken purer schwarzer Gewalt! Ein dringend benötigter Gegenpol zum derzeit angesagten technischen Hochglanz-Black-Metal!
Wertung: 4.5 von 5.0
(Source: stormbringer.at)